WASHINGTON, D.C. – Die Coalition for Fair Software Licensing CFSL hat heute in Zusammenarbeit mit dem Cybersicherheitsunternehmen Prescient eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) durch restriktive Lizenzierung eine „Cybersteuer“ von 498 % pro Sicherheitsvorfall zahlen. Die Studie, über die heute exklusiv im wöchentlichen Cyber-Newsletter von Politico berichtet wurde, zeigt erstmalig, in welchem Umfang restriktive Lizenzen zusätzliche Kosten verursachen. Diese resultieren aus dem Umstand, dass Kunden in unsichere IT-Strukturen gezwungen werden, die das Cybersicherheitsrisiko erhöhen und zugleich einen höheren Budgetaufwand nach sich ziehen, um derartige Risiken zu kompensieren.
Der Studie zufolge binden marktdominante Softwareanbieter wie Microsoft durch wettbewerbswidrige Lizenzierungspraktiken ihre Kunden an ihren Produkt- und Servicekosmos. Ist dieser unsicher, entstehen den Kunden Kosten zur direkten Behebung von Sicherheitsverletzungen, für Sicherheits-Upgrades und weiter in Form von Anwaltskosten, Zeitverlusten sowie Rufschädigung – so gesehen, eine Art „Cybersteuer“. Für KMUs, die Office 365 und Azure nutzen, kann diese Cybersteuer bis zu 498 % pro Vorfall betragen, zusätzlich zu den Lizenzkosten, die sie jährlich für Microsoft Office 365 und Azure bezahlen.
„Die Studie verdeutlicht, was wir zunehmend von Kunden hören: dass restriktive Lizenzierung und Cybersicherheitsrisiken Hand in Hand gehen. Wenn es zu größeren Cyberangriffen kommt, sollten sich Gesetzgeber, Cybersicherheitsbeauftragte und Regulierungsbehörden nicht nur die Frage stellen, was passiert ist, sondern auch, welche Rolle die restriktiven Lizenzvereinbarungen dabei gespielt haben“, so CFSL-Executive Director Ryan Triplette.
„Restriktive Software-Lizenzierungspraktiken schränken die Möglichkeiten der Kunden ein, die von ihnen bevorzugten Anbieter auszuwählen, und machen ihre IT-Infrastruktur anfällig für Angriffe von außen. Wenn diese Schwachstelle ausgenutzt wird, sind es die Kunden, die die Hauptlast der Kosten tragen.“
Weitere maßgebliche Ergebnisse der Prescient-Studie:
- Seit 2021 gehen 30 % der von der CISA gemeldeten Sicherheitslücken auf das Konto von Microsoft – mehr als bei den fünf nächstgrößten Anbietern in Summe.
- Die abgestuften Preismodelle von Microsoft schränken die Wahlfreiheit der Kunden ein, die für ihre Unternehmen am besten geeignete Cyber-Lösung zu wählen und machen sie anfällig für Cyberangriffe.
- Vielen Kunden werden Upgrades aufgezwungen, wodurch sie an ihre bestehenden Cyber-Lösungen gebunden sind. Diese Zwangsbindung schränkt die Möglichkeiten für noch nicht etablierte Produkt- und Serviceanbieter ein, sich im Markt zu positionieren und neuere und möglicherweise sicherere Lösungen anzubieten.
Die Studie wurde im Oktober und November 2023 von Prescient im Auftrag der Coalition for Fair Software Licensing CFSL erstellt. Die vollständige Studie finden Sie hier; einen einseitigen Überblick über die wichtigsten Studienergebnisse finden Sie hier.
Über die Coalition for Fair Software Licensing
Die Coalition for Fair Software Licensing CFSL ist eine in den USA ansässige Initiative, die sich für faire Softwarelizenzierung einsetzt. Unser Ziel ist es, Kunden eine größere Produkt- und Serviceauswahl zu ermöglichen, Raum für Innovation zu schaffen und Sicherheit in der Cloud zu gewährleisten. Zu unseren Mitgliedern gehören Vertreter sämtlicher wichtiger Branchen, darunter Unternehmen des Gesundheitswesens, Finanzdienstleister sowie Cloud- und Cybersicherheitsanbieter. Jedes dieser Unternehmen hat wettbewerbsfeindliche und missbräuchliche Softwarelizenzierungspraktiken in der Cloud erlebt oder war ihren Folgen ausgesetzt. Gemeinsam setzen wir uns mithilfe der von uns unterstützten Grundsätze für faire Softwarelizenzierung gegen derartig unlautere Lizenzierungspraktiken ein.
Weitere Informationen über die Coalition for Fair Software Licensing und ihr Engagement unter FairSoftwareLicensing.de.