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Verzögertes Vorgehen gegen unfaire Softwarelizenzierungspraktiken führt zu erhöhten IT-Kosten für kommunale Unternehmen in Deutschland

Eine aktuelle Studie des „Zentrums für Nachhaltige Transformation“ (zNT) an der Quadriga Hochschule Berlin belegt, dass unfaire Software-Lizenzierungspraktiken wie Lock-in-Effekte, intransparente Kostenstrukturen und die eingeschränkte Freiheit bei der Produktwahl kommunale Unternehmen nicht nur finanziell belasten, sondern sich auch negativ auf deren Effizienz, Innovation und Wachstumspotenzial auswirken.

Die Studie, bei der 190 kommunale Unternehmen in Deutschland befragt wurden, untersuchte die Einführung von Cloud-Lösungen sowie die Lizenzierungspraktiken der führenden Softwareanbieter.

Die Untersuchung ergab, dass mit der steigenden Einführung von Cloud-Lösungen unfaire Software-Lizenzierungspraktiken seitens marktdominanter Software-Anbieter eine erhebliche Belastung für die öffentlichen Unternehmen darstellen. Zu diesen Belastungen zählen:

  • Einschränkungen durch Softwarekosten: 71 % der befragten Unternehmen konnten ihre bestehenden Softwarelösungen nicht auf den Cloud-Anbieter ihrer Wahl übertragen, ohne zusätzliche Softwarelizenzkosten zu verursachen. 60 % der befragten kommunalen Unternehmen geben an, dass diese zusätzlichen Softwarekosten den Zugriff auf die von ihnen bevorzugte Cloud-Lösung wirtschaftlich unattraktiv machten.
  • Eingeschränkte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern: 56 % der befragten Unternehmen halten die zusätzlichen Softwarekosten, die mit der Nutzung bevorzugter Cloud-Dienste verbunden sind, nicht nur für unwirtschaftlich, sondern betrachten sie auch als Einschränkung ihrer Wahlfreiheit. 70 % der Befragten mussten für die Nutzung der von ihnen bevorzugten Cloud-Lösung neue Softwarelizenzen erwerben. Diese zusätzlichen Softwarelizenzkosten belaufen sich für kommunale Unternehmen auf geschätzte 27 – 120 Millionen Euro pro Jahr. Legt man diese Schätzung auf die rund 309.000 Mitarbeitenden in den Mitgliedsunternehmen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) in Deutschland um, bedeutet dies einen zusätzlichen Pro-Kopf-Kostenanteil von rund 87 bis 388 Euro pro Jahr.
  • Marktverzerrung durch Lock-in-Effekte und an Bedingungen gekoppelte Produkt-Bundles: Technische Abhängigkeiten, mangelnde Interoperabilität und rechtliche Hürden hindern kommunale Unternehmen daran, auf die von ihnen bevorzugten IT-Anbieter zuzugreifen oder kostengünstigere Alternativen zu nutzen. Gewährte Software-Rabatte, die an Vereinbarungen zur Nutzung von Software-Cloud-Produktkombinationen geknüpft sind, verstärken die Lock-in-Effekte der marktdominanten Anbieter noch. Sie nutzen diese Taktik, um Wettbewerber, die nur Software- oder Cloud-Lösungen anbieten, durch eine restriktive Preispolitik effektiv auszuschließen und aus dem Markt zu drängen.
  • Mangelnde Transparenz: 25 % der befragten Unternehmen klagen über intransparente Vertragsbedingungen, die durch anbieterseitig auferlegte Vertraulichkeitsvereinbarungen zusätzlich verschlimmert werden.
  • Sorge vor Vertragssanktionen: Kommunale Unternehmen befürchten, dass ihre Kritik an bestehenden Software-Lizenzierungspraktiken für sie zu einem Nachteil in anderen Bereichen der Zusammenarbeit mit den Bestandsanbietern führen könnte.

Diese unfairen und unlauteren Softwarepraktiken führen zu steigenden Softwarekosten, technischen und finanziellen Abhängigkeiten und intransparenten Lizenzbedingungen für kommunale Unternehmen. Die Folgen sind eine verminderte Betriebseffizienz und ein geringeres Wachstumspotenzial.

Eine Empfehlung zur Eindämmung dieser Lizenzierungspraktiken besteht darin, dass die kommunalen Unternehmen selbst Maßnahmen ergreifen, um mehr Transparenz bei den Vertragsbedingungen und Lizenzmodellen zu schaffen. Die Studie verweist auf die Empfehlungen des Berichts des U.S. Government Accountability Office (GAO) vom November 2024, der die Bundesbehörden dazu anregt, klare Zuständigkeiten für den Umgang mit restriktiven Lizenzbedingungen festzulegen und Richtlinien zur Analyse und Reduzierung solcher Praktiken umzusetzen.

Die Studie ergab auch, dass Politik und Regulierungsbehörden zunehmend den Wunsch haben, das missbräuchliche Verhalten marktbeherrschender Softwareunternehmen einzuschränken. Viele Länder, darunter Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Spanien, haben bereits gezielte Regulierungsmaßnahmen ergriffen, um derartige Praktiken strikter zu überwachen. Beispielsweise hat die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) im Rahmen einer Untersuchung des Cloud-Computing-Marktes festgestellt, dass die Softwarelizenzierungspraktiken von Microsoft einen unlauteren Vorteil für die eigenen Cloud-Computing-Dienste schaffen und damit potenziell den Wettbewerb schädigen. Aus den USA wird berichtet, dass die Federal Trade Commission (FTC) eine umfassende kartellrechtliche Untersuchung zu den Auswirkungen der Lizenzierungspraktiken – einschließlich der Softwarelizenzierung – von Microsoft auf den Wettbewerb eingeleitet hat.

In Deutschland fordern die Unternehmen ein strikteres und schnelleres Eingreifen des Bundeskartellamts. Dieses hatte Microsoft bereits zum Verdachtsfall für die potenziell missbräuchliche Nutzung seiner marktbeherrschenden Stellung im Softwaremarkt eingestuft. Zum Schutz der Kunden muss das Bundeskartellamt jedoch deutlich schneller agieren. Die neue Regierung hat hier die Möglichkeit, gegen unfaire Lizenzierungspraktiken und bestehende Marktverzerrungen vorzugehen, indem sie für mehr Klarheit bei den Software-Lizenzbedingungen und einen freieren Anbietermarkt sorgt.

Die starke Abhängigkeit öffentlicher Unternehmen von marktdominanten Softwareanbietern, gepaart mit intransparenten Lizenzbedingungen und Kostensteigerungen, machen ein regulatorisches Eingreifen dringend erforderlich. Nur so können kommunale Unternehmen effektiv entlastet, kann der Wettbewerb gestärkt und die digitale Transformation langfristig unterstützt werden.

Die vollständige Studie des Zentrums für Nachhaltige Transformation (zNT) an der Quadriga Hochschule Berlin lesen Sie hier.

 

„Als Softwareanbieter im Gesundheitswesen hat die freie Wahl unseres Cloud-Anbieters nicht nur Auswirkungen auf unser Geschäft, sondern auch auf die Gesundheit und das Wohlergehen von Patienten überall. Restriktive Softwarelizenzen stellen eine reale Bedrohung dar, z. B. in Form von Preiserhöhungen, die einen direkten Einfluss darauf haben, wie wir Gesundheitsdienstleister und die von ihnen betreuten Patienten unterstützen können. Wir unterstützen die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung, um Cloud-Kunden und ihre Stakeholder zu schützen.“

Technologieunternehmen im Gesundheitswesen

„Das Cloud Computing hat kostengünstige On-demand-IT-Services in alle Bereiche der Wirtschaft gebracht und damit die Produktivität und das Innovationsniveau von Unternehmen aller Größen gesteigert. Der intensive Wettbewerb und der Innovationswille unter den Cloud-Anbietern führen kontinuierlich zu einer Kostensenkung bei gleichzeitiger Erweiterung der Auswahlmöglichkeiten für die Kunden. Einige etablierte IT-Anbieter jedoch kontrollieren mit restriktiven Softwarelizenzierungspraktiken, wie Kunden die Vorteile konkurrierender Cloud-Angebote für sich nutzen könnten. NetChoice unterstützt die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung als Fahrplan, um Innovationen voranzutreiben, Kunden sachgerecht zu bedienen und den Wettbewerb unter IT-Service-Anbietern zu fördern.“

NetChoice

„Frust, Nutzungseinschränkungen, drohende Audits und erhebliche Zusatzkosten. Das sind unsere Erfahrungen mit unlauteren Softwarelizenzierungspraktiken. Unternehmen benötigen einen transparenten Umgang mit ihren Softwareanbietern.
Wir unterstützen die Arbeit der Coalition for Fair Software Licensing, die Lizenzkunden schützt und sicherstellt, dass IT-Ausgaben effektiv und frei von bösen Überraschungen sind.“

Globaler Anbieter von Baumaterialien

„Unfaire Softwarelizenzierungspraktiken in der Cloud sind ein globales Problem, und CISPE ist erfreut, dass die Coalition for Fair Software Licensing ihre Leitlinien/Grundsätze in Nordamerika vorstellt. Ursprünglich von Kunden und Cloud-Anbietern in Europa ins Leben gerufen und gemeinsam konzipiert, ermutigen wir Kunden auf der ganzen Welt, die mit unfairen Softwarelizenzierungspraktiken konfrontiert sind, diese Leitlinien/Grundsätze als ein potentes Rahmenwerk für positive Veränderungen zu betrachten.“

CISPE

„Als Start-ups ist es entscheidend, so flexibel sein zu können, die Cloud-Infrastrukturen zu nutzen, die am besten zu den eigenen Zielen und denen der Kunden passen. Die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung helfen der nächsten Generation von Software- und Dienstleistungsanbietern, Lock-ins zu vermeiden und faire Wettbewerbsbedingungen für alle zu sichern. Die Tatsache, dass die Leitlinien im US-amerikanischen Markt zum Einsatz kommen, verleiht dieser wichtigen Bewegung bei Innovatoren in Spanien und weltweit mehr Gewicht.“

Carlos Mateo Enseñat

Präsident der Asociación Española de Startups (AES) und Förderer der NUBES-Initiative in Spanien

„Die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung wurden in Europa von CIOs und Cloud-Anbietern entwickelt und werden in Italien von digitalen Organisationen wie Assintel unterstützt. Assintel begrüßt die Einführung der Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung durch die Coalition for Fair Software Licensing in den USA. Die faire Lizenzierung von Software in der Cloud ist ein globales Thema für Unternehmen jeder Größe. In Italien hat unsere Regierung diese Herausforderung erkannt und gerade ihr Kartellgesetz aktualisiert, um unfaire Softwarelizenzierungspraktiken zu unterbinden. Unternehmen in den USA können nun ebenso wie die in Italien von einem Best-Practice-Rahmenwerk für die faire Softwarelizenzierung profitieren.“

Paola Generali

Präsidentin, Assintel

„Als langjähriger Verfechter offener Systeme und Netzwerke steht die CCIA für das Bekenntnis zum freien Wettbewerb, das sich auch in den Leitlinien/Grundsätzen der Coalition widerspiegelt, die ihre Arbeit gerade für eine faire Softwarelizenzierung für Cloud-Kunden auch in Nordamerika aufnimmt.“

Matt Schruers

President, CCIA (Computer and Communications Industry Association, USA)

„Einige Anbieter von Bestandssoftware versuchen, ihre derzeitige Dominanz auf dem On-Premise-Markt durch aggressive und restriktive Verträge, Lizenzbedingungen und Software-Audits auf den Cloud-Markt auszuweiten. Während viele von ihnen mit der ‘Freiheit der Cloud’ werben, wenden sie in Wirklichkeit Praktiken an, die Wettbewerb und Innovation hemmen, während sie ihre eigenen Gewinne auf Kosten ihrer Kunden steigern. Es kann nicht länger zulässig sein, dass diese Anbieter ihre räuberischen Praktiken verschleiern. Es erfüllt mich mit Stolz, mich der Coalition for Fair Software Licensing anzuschließen, um diesen Missstand öffentlich zu machen und realisierbare Lösungen dafür zu entwickeln.“

Craig Guarente

Gründer und CEO, Palisade Compliance, USA

„Trotz des aktuellen Fokus‘ auf kartellrechtliche Fragen in Washington missbrauchen riesige Softwareanbieter weiterhin ihren Status und ihre Marktmacht, um Geschäftskunden mittels erpresserischer Audits und restriktiver Lizenzvereinbarungen zu knebeln. In unserer Kanzlei, die Softwarelizenznehmer gegen genau diese Praktiken vertritt, erfahren wir die Auswirkungen eines solchen Geschäftsgebarens aus erster Hand. Junge wie etablierte Unternehmen werden regelmäßig mit unerwarteten Kosten belastet, müssen unermessliche Ressourcen für unberechtigte Audits verschwenden und werden davon abgehalten, jene technologischen Veränderungen vorzunehmen, die sie für ihr Unternehmen für notwendig halten. Wir unterstützen die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung und glauben, dass sie einen ausgezeichneten und wichtigen Schritt darstellen, um Geschäftskunden endlich zu entlasten, und dazu beitragen, den Markt für kleinere Anbieter im Cloud-Ökosystem zu öffnen.“

Arthur S. Beeman & Joel T. Muchmore

Gründer von Beeman & Muchmore, LLP, USA

„Die Verbraucher profitieren von einem wettbewerbsfähigen und dynamischen IT-Markt. Der Wettbewerb fördert die Innovation und sorgt dafür, dass die Kunden faire Preise geboten bekommen. Übermäßig restriktive, missbräuchliche Lizenzvereinbarungen von IT-Unternehmen mit Marktmacht bewirken dagegen Nachteile für Behörden und Unternehmen in Form von sinkender Innovationskraft und langfristigen Preissteigerungen. Wir unterstützen die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung und eine Politik, die Innovation, Wettbewerb und Lizenzierungspraktiken fördert, um den Kunden die Freiheit zu geben, verschiedene Anbieterlösungen zu kombinieren. Dies ist besonders entscheidend für Cyber-Security-Lösungen, denn Hacker entwickeln jeden Tag neue Strategien, Taktiken und Technologien für ihre illegalen Machenschaften. Die einzige Möglichkeit, Nationalstaaten und transnationale kriminelle Organisationen zu besiegen, besteht darin, dass die Politik dafür sorgt, den IT-Markt für Cybersicherheit so wettbewerbsfähig wie möglich zu halten und Kunden die freie Wahl zwischen verschiedenen Anbietern zu lasen.“

Anbieter von Cyber-Sicherheits-Lösungen

„Die Alliance for Digital Innovation unterstützt die Bemühungen der Coalition for Fair Software Licensing, die Wahlfreiheit der Kunden abzusichern und sich für den Zugang zu modernen und sicheren kommerziellen Lösungen einzusetzen. Als Vertreter von Kunden des öffentlichen Sektors sind wir der Überzeugung, dass Regierungsvertreter, IT-Verantwortliche und Cybersicherheitbeauftragte in Unternehmen Zugang zu so vielen modernen kommerziellen Softwarelösungen wie möglich haben sollten. Diese Lösungen nämlich sind entscheidende Erfolgsfaktoren, um digitale Innovation und Sicherheit im öffentlichen Sektor voranzutreiben. Die ADI unterstützt den Abbau von Hürden, die den Einsatz derartiger Lösungen hemmt – restriktive Lizenzierungspraktiken eingeschlossen.“

Alliance for Digital Innovation, USA

„Als Anwältin vertrete ich seit Jahren Geschäftskunden von Anbietern für Unternehmenssoftware und habe regelmäßig erlebt, dass diese räuberische Geschäftspraktiken anwenden, einschließlich dem künstlichen Aufblähen angeblicher Konformitätslücken, um ihre Gewinne zu steigern und die Optionen der Kunden zum Anbieterwechsel zu beschränken. Diese Praktiken haben Negativauswirkungen in der Gesamtwirtschaft, höhere Preise eingeschlossen, da Unternehmen unterschiedlicher Branchen gezwungen sind, für die Beseitigung dieser unvorhergesehenen Probleme aufzukommen. Ich unterstütze die Arbeit der Coalition for Fair Software Licensing, um meinen Mandanten zu helfen und ein Wirtschaftssystem zu fördern, das allen Menschen Chancen bietet.“

Pam Fulmer

Gründerin und Partnerin, Tactical Law Group LLP, USA

„Wir sind der Meinung, dass Lizenznehmer die Freiheit haben sollten, lizenzierte Software so einzusetzen, wie es für ihr Unternehmen am besten ist, einschließlich der Wahl des Cloud-Anbieters, die keine zusätzlichen Kosten verursacht. Nach unseren Erfahrungen mit Lizenzierungspraktiken, die mit den Leitlinien/Grundsätzen der fairen Softwarelizenzierung unvereinbar sind, unterstützen wir diese Prinzipien und fordern auch andere auf, die Coalition for Fair Software Licensing zu unterstützen.“

Vertreter der Versicherungswirtschaft

„Startups, die oft mit begrenzten Ressourcen arbeiten, brauchen die Freiheit, eine technologische Infrastruktur für sich zu entwickeln, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Die Cloud-Computing-Infrastruktur ist für das Wachstum von Start-ups von zentraler Bedeutung, und die Leitlinien/Grundsätze für eine faire Softwarelizenzierung werden dazu beitragen, diese Autonomie zu wahren, unnötige Kosten zu vermeiden und Innovationen in diesem Umfeld zu fördern. Die branchenweite Einhaltung dieser Grundsätze wird die Wettbewerbsbedingungen für Start-ups verbessern.“

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