WASHINGTON, D.C. – Am 1. August 2024 sprach CFSL-Geschäftsführerin Ryan Triplette vor der U.S. Federal Trade Commission (FTC) über die möglichen Auswirkungen von Microsofts Lizenzierungspraktiken auf Wettbewerb und Datensicherheit. Triplette forderte die FTC auf, ihr gelungenes Auskunftsersuchen zum Cloud Computing fortzusetzen und die Lizenzierungspraktiken von Microsoft ins Visier zu nehmen. Der vollständige Wortlaut der Ausführungen ist nachstehend wiedergegeben:
„Im Namen der Coalition for Fair Licensing Software bedanke ich mich für die Möglichkeit, an der heutigen öffentlichen Sitzung teilzunehmen. Zu unseren Mitgliedern gehören Technologieanbieter wie auch Produkt- und Servicekunden, die sich für richtlinienbasierte Änderungen der Softwarelizenzierungspraktiken engagieren. Wir wollen für Kunden die Möglichkeit schaffen, eine größere Produktauswahl zu haben, Raum für Innovation ermöglichen und Sicherheit in der Cloud gewährleisten.
Die Coalition hat auf das Informationsersuchen der FTC zu den Geschäftspraktiken im Cloud Computing im Jahr 2023 eine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Unser Kommentar konzentrierte sich auf die restriktiven Softwarelizenzierungspraktiken von Microsoft und darauf, wie das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung und die Abhängigkeit seiner Kunden in wichtigen Softwarebereichen ausnutzt, um den Wettbewerb im gesamten Cloud-Markt einzuschränken und die Kunden in seinem Ökosystem festzuhalten.
Zu den Praktiken des Konzerns gehört
1. die Einschränkung der Wahlmöglichkeiten bei der Auswahl von Software- und Cloud-Lösungen. Microsoft macht die Nutzung seiner „Must-have“-Produkte unerschwinglich, weigert sich, kritische Sicherheitsupdates zur Verfügung zu stellen, und bietet keinerlei Produkt-Upgrades für alternative Cloud-Anbieter an. Auf diese Weise werden die Kunden faktisch in die Nutzung von Azure gezwungen.
2. Es kommen restriktive Richtlinien zum Einsatz. Obwohl Microsoft die Berechtigung der Beschwerden anerkennt, hat der Konzern keine globalen Änderungen vorgenommen, um auf die Kundenbedenken einzugehen. Stattdessen wurden weitere Restriktionen eingeführt, die den Kunden in seiner Möglichkeit beschränken, konkurrierende Clouds zu nutzen.
3.: Produkte und Rabatte werden strategisch aneinander gekoppelt. Microsoft nutzt die Abhängigkeit seiner Kunden von für sie unverzichtbarer Software, schlägt konkurrierende Softwaredienste preislich durch die Kopplung einer zunehmenden Zahl von Produkten und Diensten an seine marktführende Softwaresuite und lobt Rabatte aus, die an eine Nutzung von Azure gebunden sind.
Aus diesen Praktiken entsteht ein weitreichender Schaden, der Preissteigerungen inklusive Steuergeldverschwendung genauso einschließt wie eine limitierte Systemredundanz und reduzierte Ausfallsicherheit für die Kunden. Weltweit wird Microsoft von Regulierungsbehörden in Großbritannien, der EU und anderen Regionen immer genauer unter die Lupe genommen. Wir ermutigen die FTC, die gute Arbeit ihres Informationsgesuchs zum Cloud Computing fortzusetzen und die Lizenzierungspraktiken von Microsoft zu untersuchen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“
Über die Coalition for Fair Software Licensing
Die Coalition for Fair Software Licensing CFSL ist eine in den USA ansässige Initiative, die sich für faire Softwarelizenzierung einsetzt. Unser Ziel ist es, Kunden eine größere Produkt- und Serviceauswahl zu ermöglichen, Raum für Innovation zu schaffen und Sicherheit in der Cloud zu gewährleisten. Zu unseren Mitgliedern gehören Vertreter sämtlicher wichtiger Branchen, darunter Unternehmen des Gesundheitswesens, Finanzdienstleister sowie Cloud- und Cybersicherheitsanbieter. Jedes dieser Unternehmen hat wettbewerbsfeindliche und missbräuchliche Softwarelizenzierungspraktiken in der Cloud erlebt oder war ihren Folgen ausgesetzt. Gemeinsam setzen wir uns mithilfe der von uns unterstützten Grundsätze für faire Softwarelizenzierung gegen derartig unlautere Lizenzierungspraktiken ein.
Weitere Informationen über die Coalition for Fair Software Licensing und ihr Engagement unter FairSoftwareLicensing.de.