WASHINGTON, D.C. – Ryan Triplette, Geschäftsführerin der Coalition for Fair Software Licensing (CFSL), reagiert mit der nachfolgenden Erklärung auf die Mitteilung der Europäischen Kommission zu den Beschwerdepunkten gegen Microsoft zum Missbrauch seiner Marktdominanz. Anstoß zu jener Untersuchung gab die Beschwerde von Slack Technologies, in der es heißt, dass Microsoft sein Produkt Teams unrechtmäßig an sein marktbeherrschendes Softwarepaket Office koppelt.
„Microsoft hat seine Dominanz im Softwaremarkt genutzt, um seine Marktstellung in den Produktbereichen Kommunikation, Kollaboration, Produktivität und Cloud auszubauen. Die wettbewerbsfeindlichen Praktiken des Konzerns haben die Einbindung von Teams erzwungen und den Markt somit effektiv zu Gunsten von Microsoft beeinflusst.
Angesichts der global zunehmenden Kritik an seinen Geschäftspraktiken kündigte Microsoft im April an, Teams weltweit getrennt von seinem Office-Produkt zu vertreiben. Wie die CFSL damals betonte, wurden die Interoperabilitäts- und Lizenzbeschränkungen, die zentraler Gegenstand der Beschwerden von Kunden und Wettbewerbern gegen Microsoft sind, bei dieser Ankündigung nicht berücksichtigt.
Wir begrüßen, dass die Europäische Kommission nun diesen Schritt gegangen ist, um den Wettbewerb und die Freiheit der Kunden bei der Auswahl ihrer Softwareprodukte zu schützen. Wir fordern alle Regulierungsbehörden auf, dem Beispiel der Europäischen Kommission zu folgen und sicherzustellen, dass Microsoft seine Zusagen einhält.“
Im Jahr 2020 reichte Slack eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein, in der das Unternehmen Microsoft vorwarf, seine Marktdominanz zu missbrauchen, um den Wettbewerb auszuschalten. Im Juli 2023 leiteten die europäischen Kartellbehörden eine förmliche Untersuchung der von Microsoft betriebenen Kopplung von Teams mit Office 365 und Microsoft 365 ein.
Im April 2024 gab Microsoft seine Vertriebsentscheidung bekannt, Teams von Office 365 zu trennen, um die EU-Regulierungsbehörden zu besänftigen und weitere behördliche Untersuchungen zu vermeiden. Die Mitteilung der Beschwerdepunkte ist ein förmlicher Schritt in der Untersuchung der Europäischen Kommission zum mutmaßlichem Verstoß von Microsoft gegen die EU-Vorschriften und das Wettbewerbsrecht.
Über die Coalition for Fair Software Licensing
Die Coalition for Fair Software Licensing CFSL ist eine in den USA ansässige Initiative, die sich für faire Softwarelizenzierung einsetzt. Unser Ziel ist es, Kunden eine größere Produkt- und Serviceauswahl zu ermöglichen, Raum für Innovation zu schaffen und Sicherheit in der Cloud zu gewährleisten. Zu unseren Mitgliedern gehören Vertreter sämtlicher wichtiger Branchen, darunter Unternehmen des Gesundheitswesens, Finanzdienstleister sowie Cloud- und Cybersicherheitsanbieter. Jedes dieser Unternehmen hat wettbewerbsfeindliche und missbräuchliche Softwarelizenzierungspraktiken in der Cloud erlebt oder war ihren Folgen ausgesetzt. Gemeinsam setzen wir uns mithilfe der von uns unterstützten Grundsätze für faire Softwarelizenzierung gegen derartig unlautere Lizenzierungspraktiken ein.
Weitere Informationen über die Coalition for Fair Software Licensing und ihr Engagement unter FairSoftwareLicensing.de.